Schutz gegen aggressive Bienen

Meine Freunde in Portugal werden regelrecht angefallen von den aggressiven Bienen eines benachbarten Imkers. Wie können sie sich schützen?
 
Antwort

Wenn der Imker nicht mit sich reden lässt und seinen Bienenstock nicht umsetzen will, müssen Ihre Freunde für ihren ausreichenden Schutz selber sorgen. Dieser ist unbedingt notwendig, denn die von Ihnen beschriebenen Symptome lassen in der Tat auf eine allergische Reaktion schließen. Ob diese Allergie nur einen Ihrer Bekannten betrifft oder mehrere, geht aus Ihren Schilderungen nicht hervor. In jedem Falle gibt es wegen der Gefahr eines lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schocks Handlungsbedarf.

Zur Akutbehandlung nach einem Stich gibt es bis zur Stabilisierung durch Naturheilverfahren leider keine Alternativen zu Cortison und Calciumpräparate. Ihre Freunde sollten sich ein geeignetes Medikament auf Cortisonbasis verordnen lassen und ständig auf Vorrat bereithalten, damit es nach dem Stich sofort angewendet werden kann. Die lange halbstündige Fahrt zum Arzt kann u. U. lebensgefährlich werden. Auch zusätzliche Calcium-(Brause-)Tabletten wirken dem Schock entgegen.

Die von Ihnen aufgezählten anderen Maßnahmen wie Nelkenöl, Apfelessig und Lavendelöl können einer allergischen Reaktion nicht entgegenwirken. Und die verschiedenen homöopathischen Mittel (Apis, Arnika, Ledum und Calcium sulf.) sind zwar passend, aber nach unserem Verständnis zu niedrig dosiert, als daß sie im Akutfall tiefgreifend genug wirken könnten. Hier wäre eine Potenz in C30 oder C200 eher angesagt, aber bei Allergiegefahr zu unsicher und zu gefährlich; außerdem sollte die Dosierung individuell mit einem Homöopathen abgesprochen werden.

Eine homöopathische Konstitutionsbehandlung wäre für alle Beteiligten die beste Grundlage zur Stärkung des Immunsystems, damit zukünftige allergische Reaktionen vermieden werden. Ob es gute klassische Homöopathen in Portugal in der Nähe Ihrer Freunde gibt, ist uns nicht bekannt; bitte informieren Sie sich bei den Anlaufadressen im Service unserer Homepage unter Beratungsservice/Kontaktadressen. Sonst kann notfalls auch bei einem der nächsten Deutschlandaufenthalte eine homöopathische Therapie begonnen und dann über telefonische Beratung in Portugal fortgeführt werden.

Auch die vorgeschlagene Hypo-(De-)sensibilisierung kann eine Lösung darstellen. Dabei wird der Organismus allmählich an das Bienengift gewöhnt, bis es schließlich wieder ohne Reaktionen vertragen wird. Natürlich gibt es keine Garantie für die Wirksamkeit dieser Behandlung - die gibt kein Therapeut. Allerdings ist es nicht nachvollziehbar, weshalb diese Therapie nicht in Portugal durchgeführt werden kann, sie ist international bekannt!

Hinzu kann die unspezifische Desensibilisierung kommen, die das Immunsystem umzustimmen versucht. Hier kommen z. B. Eigenblut und Eigenharn, hochverdünntes Ameisen- und Bienengift, Mistelextrakte und andere Reiz- und Eiweißstoffe zu Einsatz.

Alle diese Maßnahmen können eventuell kombiniert werden, das muss aber der Therapeut entscheiden, denn es passen z. B. homöopathische Heilmittel nicht unbedingt mit grobstofflichen Heilmitteln zusammen. Auf jeden Fall müssen sich Ihre Freunde auf einen längeren Zeitraum der Therapie einstellen, denn allergische Reaktionen erfordern viel Fingerspitzengefühl und vor allem Zeit zur Umpolung. Ob die Therapie in Portugal erfolgen kann oder in Deutschland, hängt vom guten Naturmediziner ab, den Sie finden werden. Vielleicht ist es tatsächlich zu empfehlen, für einen kurzen Zeitraum nach Deutschland zu kommen, um von hier aus mit einer gut überlegten Behandlung zu beginnen.

© 2002 NATUR & HEILEN, Beratungsservice

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