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Gendermedizin

Frauen und Männer sind anders krank

Ein geteiltes Bild zeigt die Seitenprofile eines Mannes auf der linken und einer Frau auf der rechten Seite, beide als Silhouetten vor kontrastierenden schwarz-weißen Hintergründen – eine eindrucksvolle Reflexion zum Thema Globale Verantwortung.

Dass das biologische Geschlecht eine wichtige Rolle bei Krankheiten spielt, erkennt man daran, dass ein und dieselbe Erkrankung bei Mann und Frau unterschiedliche Symptome und Verläufe zeigt – sei es ein Herzinfarkt oder auch eine Virusinfektion wie Covid-19. Dabei orientieren sich Krankheitsbeschreibungen, Therapieempfehlungen und die Forschung seit Jahrhunderten an einem männlichen Prototyp. Für Frauen ergeben sich daraus teils gravierende Folgen wie Fehl- oder zu späte Diagnosen und eine falsche Behandlung. In den letzten Jahren hat sich nun eine neue Forschungsrichtung entwickelt, die Erkrankungen und deren Risikofaktoren für beide Geschlechter getrennt in den Fokus nimmt: die Gendermedizin, oder präziser die geschlechtersensible Medizin. Sie schaut auch hinter die Kulissen der Medikamentenforschung und fordert aufgrund der neuen Erkenntnisse ein Umdenken in der Medizin.

Es ist der Abgeordneten und Juristin Elisabeth Selbert zu verdanken, dass am 23. Mai 1949 der folgende Satz in das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen wurde: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Frauen und Männer sollen auf jeden Fall politisch und gesellschaftlich gleichberechtigt sein und in der Medizin gleich gut behandelt werden. Aber: Sie sind biologisch nicht gleich. Dass die unterschiedliche[…]

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