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Pflanzenheilkunde

Heilpilze in Kapseln abgefüllt

Ich lehne Heilpilze in Form von Tabletten aufgrund der darin enthaltenen gehärteten Fette ab. Ist nun die Lösung, Heilpilzpulver in Cellulose-Kapseln zu füllen, gesundheitlich unbedenklich? Welche Inhaltsstoffe haben diese Kapseln und wie werden sie hergestellt?

Antwort
Das menschliche Verdauungssystem besitzt keine Enzyme, um Cellulose abzubauen, das erfolgt erst im Dickdarm durch Bakterien. Ernährungsphysiologisch ist Cellulose bedeutungslos. Erzeugt wird sie aus pflanzlichen Fasern, z. B. Baumwolle, Hanf, Jute und Holz.
Zur pharmazeutischen Nutzung muss die Cellulose technisch aufbereitet, gereinigt und gebleicht werden. Dabei werden auch chemische Mittel eingesetzt, von denen jedoch kein Rückstand im Endprodukt enthalten sein darf (Fehler bei der Produktion sind nie ganz auszuschließen). Das alles spricht aber nicht grundsätzlich gegen die Cellulose-Kapseln  – vorausgesetzt natürlich, dass Sie tatsächlich das für Arzneimittel aufbereitete Heilpilz-Material verwenden. Da Sie nicht angeben, ob Sie das beachtet haben und woher Sie die Kapseln beziehen, können wir das nicht weiter beurteilen. Im Zweifel sollten Sie in der Apotheke nachfragen; dort kann man Ihnen auch Bezugsquellen für die geeigneten Cellulose-Kapseln nennen.
Das eigentliche Problem besteht aber darin, dass Sie Pilzpulver überhaupt in die Kapseln füllen wollen. Ohne pharmazeutische Kenntnisse kann nur schwer beurteilt werden, ob es dadurch zu unerwünschten Wechselwirkungen zwischen Cellulose und Pulver kommt, die unter Umständen die Wirksamkeit deutlich beeinträchtigen oder verringern.
Hinzu kommt, dass das Pilzpulver beim Befüllen mehr mit Sauerstoff in Kontakt gerät, als wenn das lose Pulver eingenommen wird. Es kann zu unnötigen Oxidationsprozessen kommen, die das Heilmittel ebenfalls entwerten. Nicht zuletzt können Sie sich nicht sicher sein, dass die von Ihnen verwendeten Cellulose- Kapseln tatsächlich ausreichend Pilzpulver im Körper freigeben. Es erfordert nämlich auch pharmazeutisches Wissen, die geeignete Hülle für pulverförmige Arzneimittel zu finden. Wenn Sie Glück haben, passen die Kapseln optimal zu dem Pulver und die beim Befüllen unvermeidliche Oxidation hält sich in Grenzen; ohne Fachwissen können diese günstigen Voraussetzungen jedoch nur zufällig zusammen treffen. Im ungünstigsten Fall wird das Pulver im Körper nur zu einem geringen Teil oder überhaupt nicht aus den Kapseln freigesetzt und/oder es entstehen durch Wechselwirkungen sogar chemische Verbindungen aus Cellulose und Pilzpulver, die der Gesundheit abträglich sind.
Aus diesen Gründen möchten wir Ihnen raten, entweder auf das Befüllen der Kapseln zu verzichten oder es zumindest in der Apotheke durchführen zu lassen. Das gibt es natürlich nicht umsonst, aber das bleibt immer noch günstiger, als wenn das Pulver in Folge ungeeigneter Zubereitung überhaupt nicht wirken kann. So ganz nachvollziehbar ist es für uns aus der Ferne nicht, weshalb Sie das Pulver denn in Kapseln umfüllen, wahrscheinlich wohl, um den Kinder die Einnahme zu erleichtern. Schließlich hat aber der Hersteller die Heilpilze so aufbereitet, dass sie als Pulver verwendet werden sollen. Dann sollte es auch in dieser Zubereitungsform verabreicht werden, um eine optimale Wirkung zu erzielen. Jedenfalls gibt es keinen vernünftigen oder medizinischen Grund für Manipulationen. Man darf auch nicht übersehen, dass die Produkthaftung des Herstellers im Bedarfsfall nur dann greift, wenn das Produkt in der vorgesehenen Form  –  hier als Pulver  –  angewendet wird. Indem Sie das nicht befolgen, geben Sie Ansprüche gegen den Hersteller bei unvorhersehbaren Nebenwirkungen freiwillig vollständig auf.
Ein Wort noch zu den gehärteten Fetten in Tabletten: Wenn sie überhaupt genutzt werden (es gibt auch viele Tabletten ohne diese Fette), kann man aus nahe liegenden Gründen eben nur durch Fetthydrierung gehärtete Fette verwenden, damit die Tabletten fest bleiben. Ernährungsphysiologisch sind solche Fette wertlos, aber sie sind ja auch nicht als Nahrungsmittel in den Tabletten enthalten. Problematisch bleiben lediglich die Trans-Fettsäuren, was Ihnen bekannt zu sein scheint, weil Sie die gehärteten Fette ablehnen. Nur muss das auch in der richtigen Relation gesehen werden: In den Tabletten ist eine so geringe Menge gehärteter Fette enthalten, dass davon praktisch kein Risiko ausgeht. Die ungesunden Fette sprechen also nicht grundsätzlich dagegen, entsprechende Tabletten zu verwenden.
© 2006 NATUR & HEILEN, Beratungsservice

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