Unerträgliche Cluster-Kopfschmerzen lindern

Mein Neffe (32 Jahre) leidet seit einiger Zeit unter Attacken extremer Kopfschmerzen. Der Arzt sagte ihm, es seien Cluster-Kopfschmerzen. Gibt es naturheilkundliche Abhilfe?

B. D., Bonn

Antwort:

Im Vergleich zu anderen Kopfschmerzen treten plötzliche Cluster-Kopfschmerzen nur sehr selten auf. Die meist halbseitigen Schmerzen im Augen-Schläfen-Bereich werden begleitet von Tränenfluss, Schwindel, Übelkeit, Schwitzen und starker Unruhe. Insbesondere Männer zwischen 20 und 40 Jahren sind davon betroffen, sie leiden unter regelmäßigen oder sporadisch auftretenden Attacken. Als Ursache wird keine entzündliche Erweiterung der Blutgefäße wie bei einer Migräne vermutet, sondern eine erbliche Belastung oder eine biologische Rhythmusstörung ausgehend vom Hypothalamus. Diese im Zwischenhirn liegende Drüse ist die zentrale Regulationsstelle zwischen dem endokrinen System und dem vegetativen Nervensystem, sie reguliert die Körpertemperatur, den Kreislauf und den biologischen Tag-und-Nacht-Rhythmus. Auslöser für eine Attacke, die bis zu drei Stunden andauert, können schon kleine Mengen Alkohol, Histamin in Nahrungsmitteln (Erdbeeren, Schokolade, Tomaten, Bier, Rotwein, Salami, Hart- oder Schimmelkäse) und Nitroglyzerin, das in einigen Medikamenten enthalten ist, sein. Auch Nikotin, extreme Hitze, flackerndes Licht, Lärm, Aufenthalt in großer Höhe und körperliche Anstrengung kommen als Trigger infrage. Ein Cluster-Tagebuch kann hier wertvolle Hinweise geben, um weitere Anfälle zu vermeiden. Da herkömmliche Schmerztabletten und Therapien wirkungslos sind, gilt als einzige Entlastung und sofortige Maßnahme zu Beginn einer Attacke eine 100-prozentige Sauerstoffgabe über eine Inhalationsmaske. Auch die Neuraltherapie scheint durch das Einspritzen eines lokalen Narkosemittels eine Nervenblockade zu bewirken und somit den extremen Schmerz zu kappen. In den beschwerdefreien Intervallen ist die Störfeldsuche nach (Mikro-)Narben wichtig, zudem sollten nerventote Zähne saniert werden. Zur Umstimmung und Stabilisierung des gesamten Organismus eignen sich die Eigenbluttherapie sowie die klassische Homöopathie mit individuell verordneten Mitteln.

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