Kokosöl und Kokosfett – gesundheitsschädlich?

Ich habe in einer Zeitschrift gelesen, dass Kokosöl das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht, ebenso das schädliche LDL-Cholesterin im Blut. Nun bin ich verunsichert, denn Sie raten ja zum Ölziehen mit Kokosöl in NATUR & HEILEN 03/2017.

G. Z., E-Mail

 

In unserem Artikel wird insbesondere auf die positiven Eigenschaften des Kokosöls in Bezug auf das Ölziehen, also das Bewegen des Öls im Mundraum, eingegangen – nicht auf den inneren Konsum. Außerdem ist am Schluss vermerkt: „Kokosöl sollte nur in nativer, kaltgepresster Premium-Qualität verwendet werden, die es in Bioläden, Reformhäusern und im Internet zu kaufen gibt.“ Das gilt auch für die Verwendung von Kokosöl als Nahrungsmittel. Aus dem von Ihnen genannten Presse-Beitrag geht jedoch nicht hervor, welche Qualität und welche Herstellungsverfahren den dortigen wissenschaftlichen Erkenntnissen zugrunde liegen. Es gibt sowohl bei Fetten als auch bei Ölen sehr große Unterschiede, die bei einer derartigen Behauptung unbedingt berücksichtigt werden sollten. Auch wurde nicht zwischen Kokosöl und -fett unterschieden. Kokosfette sind oft preiswerte, gehärtete Frittierfette, die in der Tat den LDL-Cholesterinwert erhöhen und teilweise auch Zusatzstoffe enthalten. In jedem Fall sollte beim Kauf auf folgende Kriterien geachtet werden: Wird das Kokosfleisch im Ursprungsland lange gelagert, muss es wegen möglicher ranziger Veränderungen und Vertrocknungserscheinungen bei hohen Temperaturen um 150 °C gepresst und verarbeitet werden. Hochwertiges Kokosöl basiert hingegen auf Fruchtfleisch, das lediglich bei 40 °C getrocknet und bei 38 °C schonend gepresst wurde, wodurch die meisten der wertvollen Bestandteile im Öl erhalten bleiben. Außerdem sollten die Kokosnüsse innerhalb von 72 Stunden nach ihrer Ernte zum entsprechenden Endprodukt verarbeitet worden sein.

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