Unbekannte Gefahr für Hunde: Birkenzucker

Aus gesundheitlichen Gründen verwenden wir bei uns immer häufiger Birkenzucker (Xylit) in der Küche. Er soll ja für Hunde giftig sein. Gilt denn das auch für Kinder?

E. B., Linz

Antwort:

Diese Frage ist ganz klar mit Nein zu beantworten! Was für Hunde gilt, ist in diesem Fall für Kinder nicht zutreffend. Für sie wurde sogar eigens zur Zahnpflege und Kariesprophylaxe ein Birkenzucker-Kaugummi entwickelt, dass den Wirkstoff Xylitol enthält. Also keine Sorge!

Die Folgen für den Hund können nach Aufnahme von mit Xylit verarbeiteten Lebensmitteln hingegen gravierend sein – bereits ein Gramm Xylit pro Kilogramm Körpergewicht des Hundes kann zu einem lebensbedrohlichen Zustand führen. Bei ihnen kommt es durch den Birkenzucker zur massiven Ausschüttung körpereigenen Insulins ins Blut, was den Blutzuckerspiegel sehr schnell extrem abfallen lässt (Hypoglykämie) – mit manchmal tödlichem Ausgang. Auch Kreislauf- und Leberversagen, Magen-Darm-Blutungen, Hirnschäden und Gerinnungsstörungen wurden beobachtet. Sofortige tierärztliche Versorgung ist also dringend erforderlich. Mögliche Anzeichen für eine solche Hypoglykämie sind Teilnahmslosigkeit, Schwäche, Koordinationsprobleme, Kreislaufkollaps, Schwäche und starker Durst.

Als erste Maßnahme zu Hause sollte das Maul des Hundes innen mit reichlich Honig bestrichen oder Zuckerwasser eingeflößt werden. Anschließend muss sofort ein Tierarzt aufgesucht werden, der den niedrigen Blutzucker durch Injektionen auszugleichen versucht, bis die Wirkung des Birkenzuckers nachlässt.

Wer also einen Hund hat, darf keine Xylit-haltigen Kaugummis oder Kekse offen zugänglich liegen lassen oder sie an Hunde verfüttern, um ihnen etwas „Gutes“ zu tun.

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