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Ernährung

Entkoffeinierter Grüntee

Ich trinke morgens wegen seiner gesunden Eigenschaften an die 2 Liter grünen Tee – er soll auch entsäuernd wirken –, befürchte nun aber seine aufputschende Wirkung. Was halten Sie von entkoffeiniertem Grüntee? Und gibt es dabei Unterschiede zwischen grünem und schwarzem Tee?

Antwort
Schwarztee und Grüntee stammen vom selben Teestrauch (Camellia sinensis). Der Unterschied besteht lediglich darin, dass grüner Tee nicht fermentiert wird. Die Behauptung, dass er nicht übersäuernd wirkt, ist noch umstritten. Das bleibt aber ohnehin unerheblich, weil auch säureüberschüssige Produkte lebensnotwendig sind. Beim Teegenuss im üblichen Maße kann der Aspekt der Übersäuerung vernachlässigt werden, das gilt sowohl für Grüntee als auch für Schwarztee. Eine andere Tatsache ist viel gravierender: Kaffee und Schwarztee, aber auch in etwas geringerem Maße Grüntee entziehen dem Körper Flüssigkeit, was sich hauptsächlich aus dem Koffeingehalt erklärt, der u. a. die Nierendurchblutung anregt. Hier muss also neben dem Grünen Tee deutlich für Flüssigkeitsersatz gesorgt werden.
Dass Grüntee aus gesundheitlichen Aspekten dem Schwarztee vorzuziehen ist, ist seit längerem bekannt. Nicht zuletzt versorgt er uns mit entsprechenden Mineralien und ist deshalb durchaus nicht als neutraler Tee einzustufen. Selbst Zimmerpflanzen freuen sich hin und wieder über die Teeblätterreste als Düngemittel! Und vor allem gilt bei Grünem Tee – die Dosis macht ihn zu Heiltee! Es kommt auch sehr darauf an, wie der Grüne Tee zubereitet wird, d. h. die Brühdauer, die Wassertemperatur, das Ziehenlassen des Tees, der wievielte Aufguss und nicht zuletzt die Teesorte. Hierzu sollten Sie sich durch Fachliteratur weiter informieren!
Allerdings sollte Grüntee aus o. g. Gründen nicht der ausschließlichen Flüssigkeitszufuhr dienen, auch ist in der Tat bei großem Grünteegenuss die vermehrte Koffeinaufnahme zu überdenken. Bei 1-3 Tassen Tee am Tag kann das Koffein nützlich sein, bei bis zu 2 Litern hingegen wird u. a. das Herz-Kreislauf-, Verdauungs- und Nervensystem belastet. Wird zusätzlich noch viel Wasser getrunken, sollte erwähnt werden, dass nach neuesten Erkenntnissen eine Zufuhr von zu viel Flüssigkeit die spätere Entwicklung von Harninkontinenz begünstigt. Der Körper kann eine so hohe Flüssigkeitsmenge auf einmal nicht richtig nutzen, ein erheblicher Teil wird ungenutzt ausgeschieden. Nach heutigem Wissen sollte die Flüssigkeitszufuhr auf mindestens 8 – 10 Portionen gleichmäßig über den Tag verteilt werden, dann steht dem Organismus immer genügend Flüssigkeit zur Verfügung. Wenn das nicht automatisch vom Durstgefühl gesteuert wird, kann man dieses Verhalten auch trainieren.
Noch ein allgemeiner Gedanke zu entkoffeinierten Getränken (Kaffee und Tee). Um die Kaffeebohne und das Teeblatt vom Koffein zu befreien, sind aufwendige chemische Prozesse notwendig, die bei weitem die Schädlichkeit des Koffeins selbst übertreffen. So sind entkoffeinierte Tees und Kaffees also nicht unbedingt zu empfehlen. 
© 2005 NATUR & HEILEN, Beratungsservice

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