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Himalaya-Salz: Gefahr durch zuviel des Guten

In den letzten Monaten habe ich große Mengen an Himalaya-Salz zu mir genommen (als Gewürz und Sole), das durch seinen hohen Gehalt an Mineralstoffen so gesundheitsfördernd sein soll. Doch jetzt machen sich meine Nieren bemerkbar. Auch der Blutdruck ist leicht angestiegen. Kann das auf den hohen Salzkonsum zurückzuführen sein?

Antwort
Salz ist lebenswichtig. Seine Elektrolyte steuern eine Vielzahl von Reaktionen im Körper, regulieren den Flüssigkeitshaushalt und sorgen für die Erhaltung des Gleichgewichts zwischen den Zellen. Doch ein Zuviel birgt auch Gefahren. Folgende Salzarten werden unterschieden:

  • Steinsalz stammt aus den Ur-Meeren, die vor rund 250 Millionen Jahren ausgetrocknet sind. Steinsalz enthält 84 Elemente – Mineralstoffe und Spurenelemente. Doch diese Elemente sind nicht ausreichend ins Salz eingebunden und für die Zellen nur von geringem Nutzen.
  • Kristallsalz – auch Himalayasalz genannt – zieht sich wie Adern von gelber, orangener, rosa, blauer und violetter Farbe durch das Steinsalz. Es kommt in deutschen Salzbergwerken ebenso vor wie im Himalaya (bei uns ist der Abbau jedoch zu teuer). Die 84 Elemente des Kristallsalzes sollen in der gleichen Frequenz wie der Mensch schwingen und können somit von den Zellen gut aufgenommen werden.
  • Meersalz enthält ebenfalls 84 Elemente. Das Meerwasser ist aber oft mit Umweltgiften und Schwermetallen belastet und deshalb kaum empfehlenswert.
  • Beim Speisesalz handelt es sich um reines, industriell hergestelltes Kochsalz (Natriumchlorid/NaCl). Alle übrigen 82 Elemente wurden entfernt.

Kristallsalz enthält 97 % Natriumchlorid und 3 % Mineralstoffe und Spurenelemente. Eine ausreichende Versorgung mit wichtigen Mineralstoffen ausschließlich durch das Salz ist kaum möglich. Als Beispiel: 100 g Kristallsalz enthält 170 mg Kalzium (der Tagesbedarf liegt bei 800 mg), der Gehalt an Magnesium beträgt 14,2 g (Tagesbedarf: 300 mg).
Täglich braucht der Mensch mindestens 3,5 g Natriumchlorid. Die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“ (DGE) empfiehlt 6 g pro Tag. Der Durchschnittsverbrauch in Deutschland beträgt 8 g (früher 12 g), wobei etwa ¾ aus Lebensmitteln wie Käse, Wurst und Brot stammen.
Laut der DGE sind Natrium und Chlorid für den menschlichen Organismus unerlässlich. Sie sorgen, gemeinsam mit Kalium, für die Regulation des Wasserhaushalts im Organismus. Dadurch werden Druck und Volumen im Gewebe aufrechterhalten.
Wer aber mit dem rosafarbenen Himalaya-Salz sorglos umgeht und nicht spart, kann leicht zuviel des Guten tun. Schon mit einem Esslöffel Sole – das Trinken wird bei vielen Beschwerden empfohlen – nimmt man 4,5 g Kristallsalz zu sich (das entspricht 4,3 g Natriumchlorid).
Die Risiken und Gefahren durch einen überhöhten Salzkonsum sind nicht unbeträchtlich. Nierenprobleme gehören dazu, Herz- und Kreislaufstörungen, Bluthochdruck und Schilddrüsen-Erkrankungen. Wenn regelmäßig viel Kochsalz verzehrt wird, kann sich das Salz auch mit Harnsäure, die beim Eiweißverzehr anfällt, verbinden. Dabei entstehen Kristalle, die sich in den Gelenken ablagern oder Nieren- und Gallensteine. Nach Monaten der Erfahrung mit Kristallsalz scheint sich immer mehr herauszustellen, dass die innere Anwendung nicht für jeden Typ geeignet zu sein scheint und dass es mit Bedacht und unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden sollte.
Unbedenklich ist dagegen die äußere Anwendung:

  • Salzspülungen helfen bei Zahnfleischentzündungen und Mundgeruch.
  • Einreibungen und Bäder sind empfehlenswert bei Akne, Neurodermitis, Schuppenflechte, Hautpilzen, Insektenstichen, Osteoporose.
  • Umschläge (warm oder kalt) helfen bei Gelenkbeschwerden, Rheuma, Gicht, Zellulitis, Nacken- und Rückenverspannungen, Migräne und Gesichtsfältchen.
  • Inhalationen gelten als altbewährtes Mittel bei Erkältungskrankheiten.

© 2015 NATUR & HEILEN, Beratungsservice

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