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Kristallsalz für und wider

Das Kristallsalz boomt! Ich habe nun sehr kritische Beiträge dazu gelesen. Ihre Zeitschrift ist diesbezüglich relativ unkritisch. Gibt es inzwischen neue Erkenntnisse über die Wirksamkeit?
 

Antwort
Ein weiterer Beitrag zum Thema Kristallsalz ist in nächster Zeit in NATUR & HEILEN nicht vorgesehen, es sei denn, es gibt einschneidende neue Erkenntnisse. Unsere Aufgabe als naturheilkundliche Zeitschrift besteht darin, unserer Leserschaft alte und neue Therapien vorzustellen, und zwar in einer Art und Weise, daß die Wirkungsweise möglichst klar und fundiert dargestellt wird. Die jeweiligen Artikel werden von Autoren geschrieben, die entweder direkt mit der Therapie arbeiten oder sich zumindest genau in das Thema eingearbeitet haben.

Daß dieses Vorstellen eines Themas im Rahmen unserer Zeitschrift nie vollständig und mit allen wissenschaftlichen Studien belegt sein kann, versteht sich von selbst; dies ist auch nicht die Funktion unserer Zeitschrift, dafür sind andere Medien zuständig. Wir verstehen uns vornehmlich als Vermittler der momentanen Strömungen. Es bleibt also jedem Leser überlassen, sich ein Urteil zu bilden, und bei Bedarf an anderen Stellen weiterführende Informationen einzuholen.

Wie sich ein "neues" Heilmittel wie das Kristallsalz im Laufe der Zeit bewährt und wie es vermarktet wird, ist meist zum Zeitpunkt der Artikelveröffentlichung nicht einzuschätzen. Man sollte in jedem Fall zwischen dem "Erfinder" des Kristallsalzes Peter Ferreira und den Trittbrettfahrern, die auf den Kommerzzug mit aufgesprungen sind, unterscheiden.

Inzwischen hat sich Peter Ferreira nämlich eindeutig und mit Vehemenz von seiner ehemaligen Kollegin Frau Dr. Barbara Hendel distanziert, weil es ihm selbst um die Sache ging, Frau Dr. Hendel angeblich hauptsächlich um Kommerz, clever in medizinische Aura eingehüllt.

Peter Ferreira hat vor, demnächst eine neue aktuelle Stellungnahme in Form eines Buches zu veröffentlichen, in dem er alle Widersprüchlichkeiten und Märchen um das Kristallsalz aufdecken will. Er ist der wissenschaftliche Kopf bei der ganzen Angelegenheit und man sollte sich mit den eigenen Recherchen an ihn und seine Aussagen halten.

Aufgrund der möglichen Widersprüchlichkeiten aller Dinge veröffentlichen wir auch Leserbriefe wie den von Frau Lebrato in NATUR & HEILEN Heft 6/02, in dem sie ihre Meinung darlegte, die aber auch nicht unbedingt die richtige sein muß. Woher sie ihr Wissen hat, teilte sie nicht mit, aber es ist ebenfalls eine mögliche Meinung, die bei Bedarf vom Leser selbst nachrecherchiert werden muß.

Durch einen anderen kritischen Leserbrief, nämlich den von Frau Lanzenberger in NATUR & HEILEN Heft 12/02, verunsichert, fragten einige Leser nach der Bedenklichkeit einer konstanten täglichen Einnahme von Kristallsalz, da sich einige selbst auch als kälteempfindlichen Typ einschätzen.

Auf eine Stellungnahme angesprochen antwortete Frau Lanzenberger:

"Sehr geehrtes NATUR & HEILEN-Team!

Auch mich haben bereits nach Ihrer Veröffentlichung meines Leserbriefes einige Telefonanrufe zu dem Thema erreicht, die größtenteils ähnlich dieser Leseranfrage lauteten.
Kurz zu meiner Person: Ich bin medizinisch geprüfte ganzheitliche Ernährungsberaterin mit den Schwerpunkten Verdauungsbeschwerden und Ernährung nach TCM. Durch diese Ernährungsweise bin ich auch auf die Problematik mit den Kristallsalz-Trinkkuren gekommen. Das Salz selber halte ich zwar – von ökologischen Bedenken abgesehen – für absolut empfehlenswert, nur die kurmässige Einnahme von grösseren Dosen in regelmässigen Abständen über einen längeren Zeitraum in unseren Breitengraden zu jeder Jahreszeit und für jeden Menschen halte ich für verkehrt.

Normalerweise sollte jede/r durch Selbstbeobachtung fähig sein, zu erkennen, was ihm gut tut und was nicht, doch leider wird diese gesunde Selbsteinschätzung bei so stark als gesund propagierten Dingen wie z. B. dem Kristallsalz häufig unterdrückt. Da bei uns durch unser Klima und unsere Ernährung (zu viel Milchprodukte, Zucker, Weißmehl etc.) ohnehin die meisten Menschen an einer Auskühlung und Verschleimung leiden, kann eine solche Trinkkur das Faß zum Überlaufen bringen. Nach den Lehren der TCM kann ein Ausgleich durch warme Lebensmittel geschaffen werden, das sind zum Einen thermisch warme Lebensmittel, also Suppen, Eintöpfe, Breie etc., zum Anderen energetisch warme Lebensmittel, wie z.B. Wurzelgemüse, warme Gewürze (Zimt, Ingwer, Anis etc.), Getreide, warme Getränke (Gewürztees, Fencheltee etc.), aber auch tatsächliche Wärme wie Bäder, Wärmflaschen u.a.

Im letzten NATUR & HEILEN Heft 1/03 hatten Sie auch einen Artikel von Frau Dr. Ute Engelhardt zu diesem Thema: "Die wahre Kunst der Harmonie", Ernährungstherapie in der Traditionellen Chinesischen Medizin (wenn auch das wunderbare Buch von ihr und Herrn Hempen für den Normalgebrauch etwas zu teuer ist…). Wer sich für dieses Thema interessiert, dem sei das Buch "Ernährung nach den 5 Elementen" von Barbara Temelie empfohlen. Auch hieraus geht hervor, dass der Mensch Wärme zum Leben benötigt und die produziert der Körper nicht aus sich heraus, sondern sie muss mit Ernährung und Bewegung zugeführt werden, alles Kalte entzieht dem Körper Wärme und damit Energie.

Vielen Menschen tut am Anfang eine Salztrinkkur gut, aber auf Dauer kühlt das Salzwasser ab, schwächt und zehrt aus und wird nur von Menschen mit viel Hitze vertragen.

Ich hoffe, damit konnte ich Ihnen für evtl. Anfragen etwas weiterhelfen, gerne können Sie Anfragen auch an mich weiterleiten (Tel. 089-44452976). Es freut mich natürlich, dass so ein kleiner Leserbrief in Ihrem Heft solche Resonanz hat und das ist ja auch ein gutes Zeichen für Sie. Auch ich lese jedes Heft mit grosser Aufmerksamkeit und finde immer einige sehr interessante, anregende und hilfreiche Dinge darin.

Herzlichst, B.-M. Lanzenberger"

Diese Anwort von Frau Lanzenberger kann vielleicht auch für Sie ein wenig Licht in das Kristall-Dickicht bringen, denn sie zeigt, daß viele Therapeuten sehr wohl mit dem Salz seriös arbeiten und entsprechende Erfahrungen sammeln.

Es ist leider meist mit neuen Heilmitteln vor allem in der Naturmedizin so, daß erst die Langzeit-Therapie korrigierende Erfahrungen bringt, die es dann möglich machen, den Wert für den jeweiligen Konstitutionstyp und die jeweilige Situation einschätzen zu können.
Da hilft nur ein lebensfroher Pioniergeist, der Neues ausprobieren will und durch Erfahrung selbständig (oder mit kompetenter Hilfe) die nicht gesundheitsfördernden Aspekte erkennt und entsprechend korrigiert.

© 2003 NATUR & HEILEN, Beratungsservice

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